„Stille spricht, wenn Worte es nicht können....“

„Stille spricht, wenn Worte es nicht können....“

Es ist in letzter Zeit sehr still um mich geworden. Ich habe Zeit gebraucht um einiges zu verstehen und zu akzeptieren. Ein Mensch ist nicht mehr da, der zu meinem Leben gehörte, der zu MIR gehörte…mein Papa.

Plötzlich und unerwartet passierte es und traf uns mit seiner ganzen Wucht. Alles in mir lehnte sich auf, nicht begreifen wollen nicht verstehen und erst recht nicht akzeptieren und mich verschließen vor der Gewalt dieser Tatsache.
 
In stiller Trauer vergingen die Tage ohne Energie auch nur irgendwas zu machen oder zu denken. Begreifen, dass nichts mehr so wie vorher sein wird. Verloren in der eigenen Stille und dennoch die Gedanken im Kopf die Achterbahn fahren. Mein ganzer Lebensfluss verlangsamte sich. Es war eine Zeit des Schweigens, des Verarbeitens…der endlosen Tränen. Des Tröstens und doch wieder des Zusammenbrechens. Ich saß stundenlang da, im Nebel meines Schmerzes eingehüllt und ließ die Zeit vergehen.
 
Gedanken über unausgesprochene Worte und nicht gemachte Taten, weil man davon ausging dieser Mensch wird immer da sein. Selbstvorwürfe und ein großes WARUM?
Erinnerungen und Momente in meinem Kopf, die wehtun, weil man weiß, dass sie nicht wiederholt werden können. Es wird keinen nächsten Tag geben wo ich ihm guten Morgen sagen kann und kein weiterer Nachmittag mit wundervollen Gesprächen. Kein Telefonanruf kein Lachen und kein Weinen.
Das Leben geht weiter, sagte man mir und ich muss weitermachen. Aber wie kann man denn weitergehen ohne diesen Menschen… wo er in deinem Leben so fehlt. Die schmerzliche Erkenntnis, dass er nicht mehr da ist. Wo ist er? Geht es ihm gut? Werde ich ihn wiedersehen?

Doch alles in diesem Leben hat einen Sinn. Auch das Leiden. Mir ist in dieser Zeit klargeworden, dass der ganze Schmerzprozess auch ein Weiterkommen im eigenen Leben ist. Eine Zeit in der ich sehr dankbar bin für die wahren Freunde und die eigene Familie, die zusammengerückt ist. Menschen die genauso bei mir waren wie in den guten Zeiten. Die mir immer wieder die Hand ausgestreckt haben. Sie sind da und schenken dir ihre Zeit und ihre Liebe. Sie holen ein kleines Stück Normalität und erinnern dich an den Weg den du bereits beschritten hast. Sie erinnerten dich, dass du stark sein kannst. Sie erinnern dich an das Licht in dir. Sie haben Geduld und erwarten nichts und sitzen mit dir in deiner Stille damit du nicht allein bist.

 
In all meinem Schmerz und der Trauer habe ich erkannt, dass das Leben nicht das ist was wir besitzen, sondern die Summe unsere Erinnerungen und der glücklichen Momente. Ich habe mich kennengelernt in meinen Schwächen und in meiner Angst, in meinem Glauben und in meinem Zweifel. Ich habe erlebt was wichtig ist und was zurücktreten kann. In all meiner Erschütterung habe ich erfahren, dass ich gehalten bin und dass ich geliebt werde. Und der Schmerz des Verlustes verwandelt sich in Dankbarkeit und darin finden wir die Liebe wieder. Denn im Schmerz gewinnt man oft die wichtigsten Erkenntnisse. Nämlich das, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Die Liebe ist so unendlich stark, dass sie die Trauer überdauert. Das Leben ist die Liebe die wir geben und die wir empfangen. Das allein wird zurückbleiben, wenn wir nicht mehr sind. Denn was wirklich bleibt sind die Momente in denen wir geliebt haben. Ob mit Tränen oder mit einem Lachen. Das ist das einzige was zählt.

Ich bin unendlich Dankbar für die Zeit die ich mit dir gehen durfte Papa, danke für die Liebe und das du bei mir warst in all den Momenten in meinem Leben. ich weiß, dass du immer bei uns bist in unserem Herzen. Denn solange wir uns an dich erinnern, wirst du immer da sein. Ich bin nun neu aufgerufen, zu verantworten, wer ich bin und wie ich leben möchte.

In unendlicher Liebe….

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